FAQ

In meiner Arbeit tauchen immer wieder ähnliche Fragen zu AI-Compliance, dem EU AI Act, der ISO/IEC 42001, zum Datenschutz und zum Umgang mit Daten allgemein auf. Auf dieser Seite habe ich einige davon gesammelt und beantwortet. Sie sollen eine erste Orientierung geben und ersetzen keine individuelle Beratung – können aber helfen, das Thema einzuordnen.


AI-Compliance, KI & EU AI Act


Was verstehen Sie unter AI-Compliance?
A
I-Compliance bedeutet, den Einsatz von Künstlicher Intelligenz in Unternehmen so zu gestalten, dass er nachvollziehbar, verantwortungsvoll und im Einklang mit den gesetzlichen Vorgaben steht. Dazu gehören klare Strukturen, eine Einschätzung von Risiken, Chancen und eine nachvollziehbare Dokumentation – insbesondere im Hinblick auf den EU AI Act.


Was regelt der EU AI Act und betrifft er mein Unternehmen überhaupt?
Der EU AI Act legt Anforderungen an den Einsatz von KI-Systemen fest. Ob ein Unternehmen betroffen ist und in welchem Umfang, hängt davon ab, welche Art von KI zum Einsatz kommt und in welchen Prozessen sie genutzt wird. Das kann von eher geringen Informationspflichten bis hin zu strengeren Vorgaben bei höher eingestuften Risiken reichen. In meiner Beratung geht es oft zunächst darum, genau diese Einordnung gemeinsam vorzunehmen.


Wie kann ein KMU den EU AI Act pragmatisch umsetzen?
Der EU AI Act wirkt auf den ersten Blick komplex, betrifft aber viele Unternehmen weniger stark, als es scheint. Wichtig ist zuerst zu klären, ob im Unternehmen überhaupt KI-Systeme eingesetzt werden und in welche Risikokategorie sie fallen. Danach lassen sich die Anforderungen meist in überschaubare Schritte übersetzen: Einordnung der KI, Einschätzung möglicher Risiken, Dokumentation zentraler Entscheidungen und klare Verantwortlichkeiten. Entscheidend ist, das Thema nicht „groß“ zu starten, sondern strukturiert und in einem Rahmen, der zum Unternehmen passt.


Was ist der Unterschied zwischen AI-Compliance und klassischem Datenschutz?
Datenschutz konzentriert sich vor allem auf personenbezogene Daten und darauf, wie diese geschützt, verarbeitet und dokumentiert werden. AI-Compliance betrachtet zusätzlich, wie KI-Systeme arbeiten, welche Auswirkungen sie haben können und wie nachvollziehbar Entscheidungen zustande kommen. Beide Bereiche überschneiden sich, weil viele KI-Anwendungen mit Daten arbeiten. Datenschutz sorgt für den verantwortungsvollen Umgang mit Informationen, AI-Compliance für den verantwortungsvollen Umgang mit KI.


ISO/IEC 42001, KI-Managementsystem & Risiken


Orientiert sich Ihre Arbeit auch an der ISO/IEC 42001?
Ja. Mein eigenes KI-Managementsystem ist an die ISO/IEC 42001 angelehnt. Die Norm beschreibt, wie Unternehmen den Einsatz von KI planen, steuern und überwachen können. Ich nutze diese Struktur als Orientierung, um KI-Prozesse geordnet und nachvollziehbar aufzubauen. Ich führe selbst jedoch keine Zertifizierungsaudits durch und vergebe auch keine Zertifikate.


Welche Vorteile hat ein KI-Managementsystem für kleine Unternehmen?
Ein KI-Managementsystem – selbst in einer leichtgewichtigen Form – schafft Klarheit darüber, wo KI eingesetzt wird, welche Risiken bestehen und wer im Unternehmen wofür verantwortlich ist. Es hilft dabei, Entscheidungen nachvollziehbar zu dokumentieren, Abläufe zu strukturieren und den Überblick zu behalten. Für kleine Unternehmen ist vor allem wichtig, dass solche Systeme nicht groß oder bürokratisch sein müssen. Schon wenige klare Bausteine können viel Orientierung geben.


Welche Risiken können durch den Einsatz von KI entstehen?
Risiken entstehen zum Beispiel, wenn KI falsche oder verzerrte Ergebnisse liefert, wenn Daten fehlerhaft sind oder wenn Entscheidungen nicht nachvollziehbar sind. Auch organisatorische Risiken spielen eine Rolle, etwa unklare Zuständigkeiten oder fehlende Kontrolle über externe KI-Dienste. Ziel von AI-Compliance ist nicht, Risiken vollständig zu vermeiden, sondern sie früh zu erkennen und bewusst zu steuern.


Wie dokumentiert man KI-Systeme korrekt?
Dokumentation heißt in diesem Zusammenhang nicht, seitenlange Unterlagen zu erstellen. Wichtig ist vielmehr, die wesentlichen Punkte nachvollziehbar festzuhalten: Wofür wird KI eingesetzt? Welche Daten werden genutzt? Welche Risiken wurden identifiziert? Welche Maßnahmen wurden getroffen? Eine klare, einfache Struktur – oft angelehnt an die ISO/IEC 42001 – reicht für viele KMU aus, um Transparenz zu schaffen.


Daten, „Datengold“ & Datenqualität


Was hat AI-Compliance mit dem Wert von Daten zu tun?
Viele Unternehmen erkennen erst spät, wie wertvoll ihre Daten sind – oft spricht man vom „Datengold“. Gute KI-Prozesse benötigen gute Daten. AI-Compliance schafft Strukturen, mit denen Daten verlässlicher, sauberer und konsistenter genutzt werden können. Dadurch steigt nicht nur die Sicherheit, sondern auch der Nutzen der Daten selbst.


Warum sind Daten für Unternehmen überhaupt so wichtig?
Daten helfen bei Entscheidungen, verbessern Abläufe und ermöglichen Automatisierung. Allerdings nur, wenn sie gut gepflegt, korrekt strukturiert und sinnvoll eingesetzt werden. Ein bewusster Umgang mit Daten – geschützt, organisiert und mit klarer Verantwortung – bildet die Grundlage für erfolgreiche KI und stabile Geschäftsprozesse.


Wie erkennt man, welche Daten für ein Unternehmen wirklich relevant sind?
Das hängt stark von der Branche und den Abläufen ab. Oft zeigt sich erst in Gesprächen oder einer Bestandsaufnahme, welche Daten tatsächlich geschäftskritisch sind. Wichtig ist, Datenqualität und Datenflüsse zu verstehen. Ich unterstütze Unternehmen dabei, zu erkennen, welches „Datengold“ bereits vorhanden ist – und wie es sinnvoll genutzt werden kann.


Wie kann ein Unternehmen aus seinen Daten echten Nutzen ziehen?
Daten entfalten ihren Wert erst dann, wenn sie strukturiert gepflegt werden und klar ist, wofür man sie nutzen möchte. Oft entstehen Potenziale dort, wo Daten aus verschiedenen Systemen zusammengeführt oder besser verstanden werden. Viele Unternehmen besitzen wertvolle Informationen, nutzen sie aber nicht vollständig. AI-Compliance und Datenschutz können helfen, dieses Potenzial freizulegen, indem sie Ordnung, Qualität und Verantwortlichkeiten schaffen.


Wie erkenne ich, ob meine Daten für den Einsatz von KI geeignet sind?
Gute KI benötigt gute Daten. Entscheidend ist, dass Daten vollständig, korrekt und konsistent sind. Auch muss klar sein, aus welchen Systemen sie stammen und wie sie gepflegt werden. Ein guter Startpunkt ist die Frage: Welche Entscheidungen oder Prozesse sollen durch KI unterstützt werden – und sind die zugrunde liegenden Daten dafür robust genug?


Datenschutz


Bieten Sie neben AI-Compliance auch Datenschutzberatung an?
Ja. Neben AI-Compliance berate ich Unternehmen im Datenschutz und übernehme bei Bedarf auch Aufgaben eines Datenschutzbeauftragten. Ziel ist es, Datenschutz und den verantwortungsvollen Umgang mit KI zusammenzudenken. In vielen Projekten geht es darum, bestehende Datenprozesse zu überprüfen, zu strukturieren und verständlich zu dokumentieren.


Wie hängen Datenschutz und KI zusammen?
Datenschutz und KI lassen sich nicht trennen. Viele KI-Systeme greifen auf personenbezogene Daten zurück oder verarbeiten interne Informationen. Datenschutz sorgt dafür, dass dieser Umgang verantwortungsvoll geschieht – AI-Compliance sorgt dafür, dass KI strukturiert und nachvollziehbar eingesetzt wird. Beides ergänzt sich.


Wann braucht ein Unternehmen einen externen Datenschutzbeauftragten?
Das hängt von der Unternehmensgröße, den Tätigkeiten und der Art der Daten ab. Viele KMU kommen an den Punkt, an dem interne Ressourcen nicht ausreichen oder eine externe Sicht sinnvoll wird. Ich übernehme diese Rolle bei Bedarf oder unterstütze intern bestehende Verantwortliche.


Menschen, Organisation & Zusammenarbeit


Welche Rolle spielen Mitarbeitende beim verantwortungsvollen Einsatz von KI?
Mitarbeitende spielen eine zentrale Rolle. Sie müssen verstehen, wie KI eingesetzt wird, welche Entscheidungen automatisiert getroffen werden und wo menschliches Eingreifen wichtig bleibt. Schulungen, klare Richtlinien und offene Kommunikation helfen dabei, Vertrauen aufzubauen und Risiken zu reduzieren. Ein verantwortungsvoller KI-Einsatz funktioniert nur, wenn Menschen wissen, wie sie mit den Systemen umgehen sollen.


Für welche Unternehmen und Regionen arbeiten Sie?
Ich arbeite überwiegend mit kleinen und mittleren Unternehmen. Regional liegt mein Schwerpunkt in Südwestfalen und Ostwestfalen, insbesondere im Raum Soest, Arnsberg und Bielefeld. Bei Bedarf ist eine Zusammenarbeit auch darüber hinaus möglich, zum Beispiel per Online-Terminen.


Wie sieht der erste Schritt in einer Zusammenarbeit aus?
In der Regel starten wir mit einem Gespräch, in dem wir Ihre aktuelle Situation, vorhandene Systeme und Fragestellungen zusammentragen. Auf dieser Grundlage lässt sich gut entscheiden, welche nächsten Schritte sinnvoll sind – etwa eine erste Bestandsaufnahme, die Einordnung bestehender oder geplanter KI-Anwendungen oder eine strukturierte Betrachtung der vorhandenen Daten- und Datenschutzprozesse.